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SUMMARY:Auftaktveranstaltung "Unsere Opfer zählen nicht. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg"
DESCRIPTION:Millionen Soldaten aus der Dritten Welt haben im 2. Weltkrieg gekämpft\, um die Welt vom deutschen\, italienischen und japanischen Faschismus zu befreien. Zwangsrekrutiert und als Kanonenfutter in den vordersten Kriegsfronten eingesetzt. Ausgegrenzt\, ausgetrickst\, getötet und vergessen. Zu den Befreiern gehörten Kolonialsoldaten aus allen Teilen Afrikas (vom Maghreb bis zum Kap)\, Inder und Pazifikinsulaner\, Juden und Araber aus Palästina\, Mexikaner und Brasilianer\, Aborigines und Maoris\, Afroamerikaner und Native Americans. Allein Indien stellte 2\,5 Millionen Kolonialsoldaten und China hatte mehr Opfer zu beklagen als Deutschland\, Italien und Japan zusammen. Die Millionen Kriegstoten und die schweren Kriegsschäden der Dritten Welt wurden vergessen\, verdrängt und verschwiegen. Sowohl die faschistischen Achsenmächte als auch die Alliierten rekrutierten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter oftmals mit Gewalt. Japanische Militärs verschleppten zudem Hunderttausende Frauen aus Asien in ihre Frontbordelle. Rekruten aus den Kolonien\, mussten sich mit weniger Sold\, schlechteren Unterkünften und geringeren Kriegsrenten als ihre weißen Kameraden zufrieden geben. In der Dritten Welt gab es allerdings nicht nur Opfer\, sondern auch Kollaborateure der faschistischen Achsenmächte. Über dieses vergessene Kapitel der Geschichte recherchierte das Kölner Autor*innenkollektiv Rheinisches JournalistInnenbüro (heute als Recherche International bekannt) mehr als ein Jahrzehnt lang in über 30 Ländern und gab 2005 das vielgelobte Buch Unsere Opfer zählen nicht. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg heraus. \nDarüber referiert der Kölner Journalist und Autor Karl Rössel bei dieser Auftaktveranstaltung des Marburger Jahresprojekts zum Thema. Karl Rössel arbeitete von 1983 bis Anfang 2012 im Rheinischen JournalistInnenbüro in Köln als Autor für Hörfunk und Printmedien zu internationalistischen Themen. Er ist Mitbegründer und Mitarbeiter des Vereins Recherche International e.V.. Buchveröffentlichungen u.a. über die Geschichte der Dritte Welt-Bewegung in der BRD\, den vergessenen Krieg in der Westsahara\, den Missbrauch deutscher Entwicklungshilfe zur Aufstandsbekämpfung auf den Philippinen und die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg. Die Begrüßungsreden halten die Schirmherren des Projekts\, Oberbürgermeister Egon Vaupel und der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Amnon Orbach.
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SUMMARY:Vortrag "Incredible India" - Herausforderung für den Fairen Handel
DESCRIPTION:Veranstaltungsreihe Textilien untragbar!? \nMit ihrer Marketingkampagne „Incredible India“ wirbt die indische Regierung für ihr Land. Der Vortrag zeigt diese mediale Außendarstellung und beschreibt dann als Kontrast die tatsächlich unglaublichen  Verhältnisse in der Textil- und Lederproduktion. Die Fairhandelsorganisation GLOBO Fair Trade Partner ist seit vielen Jahren vor Ort aktiv und arbeitet mit zahlreichen indischen Produzent*innengruppen des Fairen Handels zusammen. Linda Winkler von GLOBO schildert mit eigenem Bild- und Filmmaterial Eindrücke und Erfahrungen und beantwortet Fragen rund um die Textil- und Lederproduktion und den Fairen Handel. \nMarburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen in Kooperation mit     \nARBEIT und LEBEN Marburg (AG von DGB und vhs) \n  \nDie Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt\, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich. \n \n \n 
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SUMMARY:Vortrag Zehra Khan: "Tödliche Textilfabriken in Pakistan"
DESCRIPTION:Am 11. September 2012 verbrannten in Karatschi/Pakistan 259 Arbeiter_innen in einer Fabrik\, die fast ausschließlich für den deutschen Discounter KiK produzierte. Nicht ohne Grund wird der Tag in Pakistan „Industrial 9/11“ genannt. Kurz danach starben kamen bei einem Brand bei Tazreen Fashion in Dhaka/Bangladesch über 100 Menschen. Wieder ging es um Jeans und Shirts für deutsche\, europäische und amerikanische Märkte. Ein halbes Jahr später folgte der Zusammensturz der Rana Plaza-Fabrik in Dhaka/Bangladesch\, bei dem über 1000 Menschen ihr Leben verloren.\nNoch immer kämpfen die Hinterbliebenen und Arbeiter_innen um angemessene Entschädigung und die Anerkennung ihres Leids. In den Fällen wo Unternehmen Zahlungen leisteten taten sie dies ohne Eingeständnis einer Schuld\, ohne jegliche weitere Verpflichtung. Sie traten auf als freiwillige gutmütige Gönner. Auch mehr als 2 Jahre nach den Unglücken sind tiefgreifende Veränderungen bisher ausgeblieben. Am Arbeits- und Lebensalltag der Arbeiter_innen hat sich kaum etwas geändert. Ein Blick nach Pakistan zeigt\, dass noch immer Millionen Arbeiter_innen in der Textilindustrie unter menschenunwürdigen Bedingungen schufften. Überstunden sind die Regel\, Gewerkschafter_innen werden unter Druck gesetzt und die Bildung von Gewerkschaften erschwert. Kein Textilunternehmen\, auch kein deutsches\, wurde bisher für die Katastrophen und ihre Folgen juristisch verantwortlich gemacht. Und wir müssen auch die Frage nach unserer Verantwortung stellen. Denn wir sind nach wie vor\, auch wenn wir das gar nicht sein wollen\, die letzten Auftraggeber_innen der globalen Produktions- und Verwertungsketten. \nZehra Khan ist Generalsekretärin der pakistanischen Homebased Women Workers Federation (HBWWF) mit Sitz in Karachi/Pakistan und hat intensiv zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen informeller Arbeiterinnen in den Slums der 20-Millionen-Metropole geforscht. Sie verbindet in ihrer Arbeit zwei Perspektiven: der feministische Bezug auf die Situation der Frauen in einer muslimischen Gesellschaft und die Konkretion dieses Feminismus im gewerkschaftlichen Bezug auf die Rechte insbesondere von Arbeiterinnen. Die HBWWF existiert seit 2009 und ist die offizielle gewerkschaftliche Vertretung von Heimarbeiterinnen. Sie zählt mittlerweile rund 4000 Mitglieder hauptsächlich in Karatschi und Lahore und kooperiert dabei eng mit der National Trade Unions Federation (NTUF)\, einer der wichtigsten pakistanischen Gewerkschaftsorganisationen. \nDie wichtige Rolle\, die beide Organisationen heute in sozialen Auseinandersetzungen spielen\, kam besonders nach dem Großfeuer in der Textilfabrik Ali Enterprises zum Tragen\, bei dem am 11. September 2012 über 259 Arbeiterinnen und Arbeiter bei lebendigem Leib verbrannten. NTUF und HBWWF stellten sich sofort an die Seite der Opfer und Hinterbliebenen. Zehra Khan wurde zu einer Sprecherin des Workers Rights Movement (WRM)\, in dem die Überlebenden von Ali Enterprises um ihr Recht auf volle Entschädigung\, aber auch für die Verbesserung der Sicherheit ihrer Arbeitsplätze und natürlich die grundlegende Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen streiten.
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