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SUMMARY:AUSSTELLUNG: Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg. Über die vergessene Hälfte der Geschichte des Zweiten Weltkrieges
DESCRIPTION:Zeitraum: 11. November bis 18. Dezember 2015  \nOrt: 2. Stock des Hörsaalgebäudes der Philipps-Universität Marburg\, Biegenstr. 14\, 35037 Marburg \nÖffnungszeiten: Mo-Fr 8 bis 22 Uhr\, Eintritt frei\, 11.12. geschlossen\n \nDie große Fassung der Wanderausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ wird von 11. November bis 18. Dezember in Marburg gezeigt. Ausstellungsort ist das Foyer des Hörsaalgebäudes der Philipps Universität Marburg. Das Marburger Projekt „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ des Marburger Weltladens setzt sich mit dieser einzigartigen\, inhaltsreichen aber auch gesprächszündstoffbeladenen Ausstellung somit fort. Anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes in Europa startete der Marburger Weltladen in Kooperation mit diversen anderen Institutionen im Frühjahr dieses Jahres in Marburg und Mittelhessen ein Jahresprojekt zum Thema: von Vorträge\, Filmvorführungen\, eine Exkursion\, die oben erwähnte große Fassung der Wanderausstellung\, Unterrichtseinheiten und Workshops in den Schulen bis hin zu Radiosendungen. \nZentrales Anliegen ist die Anregung zur Geschichtsaufarbeitung dieses vergessenen Kapitels der Geschichte des Zweiten Weltkrieges in der „Dritten Welt“ sowie die Überwindung einer eurozentrischen Geschichtsschreibung und die Schaffung eines gleichberechtigten globalen Geschichtsverständnisses mit dem Ziel der friedlichen Koexistenz und der Verständigung der Völker untereinander. Die Auftaktveranstaltung des Marburger Jahresprojektes begann am 14. April mit einem fulminanten Überblickreferat des Kölner Journalisten und Buchautoren Karl Rössel. Danach gab’s bislang drei weitere Vorträge. Z.B.: „Das Jüdische Ghetto von Shanghai“ von Peter Finkelgruen; „Comfort Women“ von Nataly Han (über die Zwangsprostitution und Massenvergewaltigung durch die Japaner) sowie „Afrika und der Zweite Weltkrieg“ von Birgit Morgenrath. \nDie Wanderausstellung liefert Informationen über die Rolle und Verluste der „Dritte Welt“ im Zweiten Weltkrieg. Ein vergessenes aber bedeutendes Kapitel der Geschichte\, das bis heute sowohl im politischen Diskurs als auch in der Geschichtsschreibung verdrängt oder ignoriert wird\, bewusst oder unbewusst. Durch neue Fakten stellt diese Ausstellung einige gängigen Angaben über den Zweiten Weltkrieg in Frage\, wie z.B. der Beginn und das Ende des Krieges. Es wird dadurch klarer\, dass die bisherigen Angaben oft für den Kontinent Europa gelten\, nicht aber für die ganze Welt. Millionen Soldaten aus der „Dritten Welt“ haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft\, um Europa und die restliche Welt vom deutschen\, italienischen und japanischen Faschismus zu befreien: Kolonialsoldaten aus allen Teilen Afrikas (vom Maghreb bis zum Kap)\, Inder und Pazifikinsulaner\, Juden und Araber\, Mexikaner und Brasilianer\, Aborigines und Maoris\, Afroamerikaner und Native Americans. Meist zwangsrekrutiert und als Kanonenfutter in den vordersten Kriegsfronten missbraucht. Ausgegrenzt\, ausgetrickst\, ausgebeutet und getötet. Undokumentiert und vergessen. Die Kolonialsoldaten wussten dabei oft noch nicht mal\, wofür sie kämpften. \nMillionen wurden als Hilfstruppen (sog. Pioneers) und als Arbeiter*innen in den Minen\, Fabriken und Farmen zwangsrekrutiert. Zudem verschleppten japanische Militärs Hunderttausende Frauen aus Asien in ihre Frontbordelle\, wo die Frauen vergewaltigt und missbraucht wurden – die sog. „Comfort Women“ (Trostfrauen)\, wie die Japaner diese Frauen zynisch titulierten. Die „Dritte Welt“ diente als Rohstoffreservoir\, als Nahrungsmitteldepot und Geldbörse für die gesamte Kriegswirtschaft. Weite Teile der „Dritten Welt“ wurden während des Krieges zum Kriegsschauplatz. Was nach Kriegsende zurückblieb\, waren sowohl verwüstete\, verminte und vollmilitarisierte Regionen als auch ruinierte Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen. Wiederaufbauhilfe\, also Marshallplan gab es nicht. \nIm hiesigen Geschichtsdiskurs werden bis heute Fakten wie diese immer noch ignoriert. Die Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ verändert diesen Zustand des Geschichtsverständnisses. Sie ist Teil der Erkenntnisse jahrzehntelanger Forschungsarbeit des Kölner Journalist*innen- bzw. Autor*innenkollektivs „Recherche International\, die also keine Historiker*innen von Haus aus sind. Dessen Buch „Unsere Opfer zählen nicht – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ und das daraus folgende Langzeitprojekt bilden die Grundlage für das gleichnamige Marburger Projekt „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ des Marburger Weltladens. Das Buch ist die erste deutschsprachige Publikation über die weitreichenden Folgen des Zweiten Weltkrieges in der „Dritten Welt“. Die Hardcover-Version des Buches ist mittlerweile vergriffen. Allerdings\, die unveränderte Paper-Back-Ausgabe des Buches ist über die „Bundeszentrale für politische Bildung“ für nur noch 7 € erhältlich. Die Roten Stern Buchhandlung Marburg und der Marburger Weltladen bieten diese Ausgabe sowie die ergänzende Unterrichtsmaterialien an; zum Selbstkostenpreis versteht sich! \nDie Premiere der Wanderausstellung fand am 1. September 2009 in Berlin statt\, also am 70. Jahrestag des vermeintlichen Kriegsbeginns in Europa. Mittlerweile wurde sie in mehr als 40 deutschen und schweizerischen Städten gezeigt\, darunter an renommierten Ausstellungsorten wie den Historischen Museen in Frankfurt am Main und Luzern\, dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln und in der Gedenkstätte Neuengamme bei Hamburg. Momentan wird die Wanderausstellung in Münster gezeigt. \nDie politische Brisanz mancher Inhalte dieser Ausstellung wurde bereits durch die Auseinandersetzungen und Debatten während der Premiere sichtbar. Die Eröffnungsausstellung wurde eine Woche vor der Vernissage in die Uferhallen in Berlin-Wedding verlegt\, weil die Werkstatt der Kulturen in Berlin-Neukölln\, wo sie ursprünglich gezeigt werden sollte\, die Präsentation der Tafeln über arabische Nazikollaborateure „per Hausrecht“ verhindern wollte. Dieser Zensurversuch war nicht nur unfair sondern auch überflüssig. Denn um Pauschalverurteilungen vorzubeugen\, wird unter dem Themenblock „Kollaboration“ (Titel: „Arabische Retter“) auch auf arabische Antifaschist*innen hingewiesen\, die Jüd*innen vor den deutschen Besatzern gerettet haben. \nAuch die Verwendung des Begriffs „Dritte Welt“ stand in der Kritik. Diese Einheitsterminologie wird oft als das Unterordnen der sog. „Entwicklungsländer“ in die angebliche „Erste Welt“ dargestellt und auch so empfunden. Trotz Kritik\, hat das Autor*innenkollektiv diesen Begriff dennoch bewusst verwendet. Zum einen\, weil bisherige Alternativbegriffe wie „Peripherie“\, „Trikont“ oder „Entwicklungsländer“ sich auch als non-konform oder politisch unkorrekt erwiesen haben. Zum anderen wurde der Begriff „Dritte Welt“ ursprünglich vom algerischen Befreiungstheoretiker Frantz Fanon in seinem Buch „Die Verdammten dieser Erde“ eingeführt\, um die Unterdrückung der Kolonien durch die Kolonialmächte zu beschreiben. Nach Ansicht Fanons handele es sich um eine emanzipatorische Terminologie zur Stärkung der damaligen antikolonialen Befreiungsbewegungen. \nDiese Ausstellung\, die nun in Marburg gezeigt wird\, wurde auch vom Kölner „Recherche International“ konzipiert. An der Erstellung des Ausstellungskonzeptes und seiner Umsetzung war der international bekannte Schweizer Künstler und Kurator Bernhard Lüthi beteiligt. Bernhard Lüthi selbst hat seit 1966 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert\, darunter u.a. auf der documenta in Kassel und der Biennale in Venedig. \nAnhand unterschiedlicher Präsentationsmedien (digital bedruckte Alu-Tafeln\, Hör- und Videostationen\, Roll-Leinwänden etc.) werden Erinnerungen von Zeitzeug*innen mit deutscher Übersetzung zu sehen\, hören bzw. zu lesen sein. Um den Besucher*innen die Möglichkeit zu bieten\, die Ausstellung im Ganzen oder getrennt nach Themenblöcken anzuschauen\, wird das Kriegsgeschehen nach Kontinenten gegliedert dokumentiert. Zudem gibt es zwei thematische Abteilungen zur Judenverfolgung außerhalb Europas sowie zur Kollaboration von Politikern aus der „Dritten Welt“ mit den faschistischen Achsenmächten. \nDie Eröffnung der Ausstellung in Marburg findet am 11. November statt.  Es werden keine Eintritte für die Ausstellung sowie für alle Begleitprogrammangebote erhoben. Wir freuen uns aber auf Spenden! \nFolgende Aktivitäten finden als Begleitprogramm der Ausstellung statt: \n07.12 um 19.30 Uhr Filme „Eine Frage der Ehre“\, Originaltitel: „Baroud d’honneur“\, Frankreich 2006\, Regie: Grègoire Georges-Picot\, 54 Min.\, Originalfassung mit deutschen Untertiteln und „63 Jahre später …“\, Südkorea 2008\, Regie: Kim Dong-Won\, 60 Min\, Originalfassung mit deutschen Untertiteln\nDGB Haus Marburg\, Bahnhofstraße 6 \n09.12 um 19.30 Uhr Film\, Vortrag und Diskussion mit Cheikh Djibril Kane\nVortrag „Tirailleurs Sénégalais“ [Senegalschützen] Einsatz afrikanischer Kolonialsoldaten durch die Kolonialmacht Frankreich; und Film „Blutsbrüder – Soldaten des Empires“\, Originaltitel: „Frères de sang – Tirailleurs de l’Empire“\, Frankreich 2008\, Regie: Bernard Simon\, 90 Min.\, Originalfassung mit deutschen Untertiteln\nWeltladen Marburg\, Markt 7 \n14.12 um 19.30 Uhr: Film „Frankreich und seine Befreier\, Originaltitel: „La France et ses liberateurs“\, Frankreich 2009\, Regie: Charles Onana\, 90 Minuten\, Originalfassung mit deutschen Untertiteln\nDGB Haus Marburg\, Bahnhofstraße 6 \n16.12 um 19.00 Uhr Film und Diskussion mit Katharina Oguntoye: Schwarze im Nationalsozialismus\nund anschließend Film „Black Survivors of the Holocaust“\, Großbritannien 1997\, Regie: M. Shewa u. D. Okuefuna\, 90 Min.\, Englisch mit deutschen Untertiteln\nTTZ Marburg\, Softwarecenter 3 \n21.12 um 19.30 Uhr Film „Blues March“\, Deutschland 2009\, Regie: Malte Rauch\, 78 Min.\nDGB Haus Marburg\, Bahnhofstraße 6 \n  \nWeitere Info unter: https://www.facebook.com/www.projekt3www2.de?ref=hl \n 
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SUMMARY:Veranstaltungsreihe Uganda: Das Phänomen der Evangelikalen in Ost-Afrika: Ihr sozialer Einfluss in Uganda
DESCRIPTION:Veranstaltungsreihe Uganda\nVortrag und Diskussion mit \nDr. Dr. William Obaga\, WMPL Associate Director for Africa \nDer Vortrag beschreibt die Charakteristika und den sozialen Einfluss evangelikaler Gruppen in Uganda. Es werden Verbindungen einerseits z.B. zu fundamentalistisch-evangelikalen Kreisen in den USA und Europa sowie andererseits zu bestimmten Teilen der politischen Klasse Ugandas beleuchtet. Gefragt wird zudem\, ob dieses Szenario in ähnlicher Form auch in anderen Teilen Ostafrikas existiert und was dies hinsichtlich interkultureller Beziehungen und transkultureller theologischer Diskussionen bedeutet. \nWilliam Ondieki Obaga ist Doktor der Kirchengeschichte und Master of Sacred Music (MSM). Er unterrichtete Musik in Kenia und den USA und lehrte Kirchengeschichte mit Schwerpunkt Missionen und das afrikanische Christentum. Obaga war in Kenia und in den USA in Kirchen tätig. In der Vergangenheit war er auch aktiv an Seminaren\, Konferenzen und Forschungsprogramme des Lutherischen Weltbunds beteiligt. Derzeit arbeitet Obaga bei der World Mission Prayer League als Associate Director für Afrika.
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SUMMARY:Märchenstunde: Eine Welt – viele Geschichten!
DESCRIPTION:Winterzeit ist Märchenzeit!  \nAuch in diesem Jahr bietet der Weltladen Marburg eine Märchenstunde für große und kleine Geschichtenliebhaber*innen an. Die Märchenerzählerin Karin Kirchhain erzählt aus ihrem reichhaltigen Repertoire. Dabei wird es auch um Aufbruch und Ankommen\, Abschied und Neubeginn gehen. Denn in der weiten Welt der Märchen spiegeln sich Themen\, die die Menschen über die Generationen hinweg beschäftigen. Ein Höhepunkt ist eine spontane Winter-Geschichte\, die Karin Kirchhain gemeinsam mit den Zuhörer*innen gestaltet.  \nKinder von 5 bis 95 Jahre oder älter sind herzlich willkommen.\nEintritt ist frei.  \nDen Flyer für die Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link:\nflyer_Märchen 2015
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SUMMARY:Filme „Eine Frage der Ehre“ und „63 Years on …“
DESCRIPTION:Film „Eine Frage der Ehre“ Originaltitel: „Baroud d’honneur“\, Frankreich 2006\, Regie: Grègoire Georges-Picot\, 54 Min.\, Originalfassung mit deutschen Untertiteln\n\n60 Jahre nach Landung der alliierten Truppen in der Provence (1944) sind erstmals auch 15 afrikanische Veteranen\, die daran teilgenommen hatten\, zu den Gedenkfeierlichkeiten nach Frankreich eingeladen. Sie stehen stellvertretend für Zehntausende Afrikaner\, die Europas vom Faschismus mitbefreiten. Die Kamera folgt zwei von ihnen\, den Marokkanern El Ghazi Amnaye und Hammou Lhedmat. Es ist ihr erster Besuch in Frankreich seit dem Kriegsende und dabei erfahren sie\, dass sie als Kriegsteilnehmer das Recht auf französische Pensionszahlungen hätten\, wenn sie mindestens neun von zwölf Monaten im Jahr in Frankreich leben. So landen sie schließlich in einem der trostlosen Heime in Südfrankreich\, in dem Dutzende alte Kämpfer aus Nordafrika verbittert und isoliert die Zeit totschlagen\, um ihren Familien zu Hause mit den – nur in Frankreich ausgezahlten – Kriegsrenten das Überleben zu sichern. Der Film zeichnet sich dadurch aus\, dass er nicht nur Interviews mit seinen Protagonisten präsentiert\, sondern die Kamera auch unaufdringlich die Gespräche der Veteranen untereinander aufzeichnet\, die ihre Zerrissenheit zwischen dem französischen Exil und der afrikanischen Heimat eindrucksvoll dokumentieren. \nFilm „63 Years on …“ Südkorea 2008\, Regie: Kim Dong-Won\, 60 Min\, Originalfassung mit deutschen Untertiteln\n\nMit bewegenden Interviews und beeindruckendem Archivmaterial dokumentiert der Film die sexuelle Versklavung Hunderttausender Frauen durch die japanischen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs in Asien und der Pazifikregion. Beispielhaft werden fünf Betroffene aus China\, Korea\, den Philippinen und den Niederlanden vorgestellt. (Die indonesischen Inseln waren bis zum japanischen Einmarsch eine niederländische Kolonie.) Die von den japanischen Besatzern zynisch als „Comfort Women“ („Trostfrauen“) titulierten Opfer berichten von ihrer Verschleppung\, ihrem qualvollen Alltag in den Militärbordellen und ihrem Leben in den 63 Jahren danach. Der Film wurde 2008 mit dem „Asia Pacific Screen Award“ als beste Dokumentation ausgezeichnet und erhielt weitere Auszeichnungen auf internationalen Festivals.
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SUMMARY:Vortrag Afrikanische Kolonialsoldaten Frankreichs + Film: „Blutsbrüder – Soldaten des Empires“
DESCRIPTION:Vortrag von Cheikh Djibril Kane: „Tirailleurs Sénégalais“ (Senegalschützen) Afrikanische Kolonialsoldaten Frankreichs\n+ Film: „Blutsbrüder – Soldaten des Empires“ Originaltitel: „Frères de sang – Tirailleurs de l’Empire“\, Frankreich 2008\, Regie: Bernard Simon\, 90 Min.\, Originalfassung mit deutschen Untertiteln \nDer Film erzählt die Geschichte der Rekrutierung von Soldaten in Afrika durch die Kolonialmacht Frankreich\, die schon vor 150 Jahren unter Napoleon III. begann. Aus\ndieser Zeit stammt auch die Bezeichnung „Tirailleurs Sénegalais“\, mit der die Franzosen seitdem all ihre Kolonialsoldaten aus Ländern südlich der Sahara titulierten\, auch wenn diese – wie Hunderttausende im Ersten und Zweiten Weltkrieg – nicht aus dem Senegal stammten. In abgelegenen Gegenden West- und Zentralafrikas hat der Regisseur Veteranen aufgespürt\, die für Frankreich Kriegsdienste leisteten – in Tunesien\, in Italien\, auf der Insel Elba sowie bei der Befreiung Europas vom Faschismus. Dazu referiert auch Cheikh Djibril Kane aus dem Senegal\nüber das Thema „Tirailleurs Sénégalais“: Militärische Einsätze\, Ausgrenzung und Ausbeutung\, Hoffnung auf Unabhängigkeit\, Erinnerungen von Zeitzeugen\, etc. Er schrieb seine Bachelorarbeit über dieses Thema und sein aktuelles Forschungsgebiet lautet „Frühe und neuste Zeitgeschichte und Kultur Afrikas“. Der 36-jährige lebt seit ca. 10 Jahren in Wuppertal\, wo er momentan ein Masterstudium im Fachbereich Geschichte absolviert. Sein Vater leistete im Zweiten Weltkrieg Kriegsdienste.
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SUMMARY:Film: „Frankreich und seine Befreier“
DESCRIPTION:Film: „Frankreich und seine Befreier“\, Originaltitel: „La France et ses liberateurs“\,\nFrankreich 2009\, Regie: Charles Onana\, 90 Min.\, Originalfassung mit deutschen Untertiteln \nAuch wenn es sich hier um den Einsatz von Kolonialsoldaten durch Frankreich im Zweiten Weltkrieg handelt\, so beginnt er doch mit der deutschen Kolonialgeschichte und verweist damit auf die Verursacher dieses und auch des Ersten Weltkriegs. Ausgangspunkt ist die Berliner\nKonferenz von 1884\, auf der die europäischen Kolonialmächte den Kontinent Afrika untereinander aufteilten und ihre Interessen dort anschließend mit brutaler Gewalt militärisch durchsetzten. Deutschland schreckte dabei auch nicht vor Massenmorden wie dem gegen die Herero zurück\, an dem auch der Vater des späteren Nazi-Feldmarschalls Göring beteiligt war. Mit diesen und ähnlichen Verweisen z.B. auf die rassistische Hetze gegen afrikanische Kolonialsoldaten auf Seiten Frankreichs im Ersten Weltkrieg und die als „Rheinlandbastarde“ denunzierten Kinder\, die aus Beziehungen von Afrikanern mit deutschen Frauen hervor gingen\, steckt Onana den historischen Rahmen ab\, der in den von Nazideutschland zu verantwortenden Zweiten Weltkrieg und den Einsatz Hunderttausender afrikanischer Kolonialsoldaten auf Seiten der Alliierten führte. Das Kollaborationsregime von Vichy und De Gaulles Aufruf zur „Verteidigung der Freiheit“ mit Hilfe der Kolonien\, die Landung der Alliierten\nin Nordafrika Ende 1942 und die Rekrutierung weiterer 250.000 Soldaten aus dem Maghreb für die Befreiung Europas werden ebenso chronologisch von Zeitzeugen geschildert\, wie das Massaker von Thiaroye 1944 im Senegal und die Diskriminierung der Veteranen.
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SUMMARY:Film und Diskussion mit Katharina Oguntoye: Schwarze im Nationalsozialismus
DESCRIPTION:Film und Diskussion mit Katharina Oguntoye: Schwarze im Nationalsozialismus\nFilm: „Black Survivors of the Holocaust“\, Großbritannien 1997\, Regie: M. Shewa u. D. Okuefuna\, 90 Min.\, Englisch mit deutschen Untertiteln \nWie lebten Menschen mit afrikanischen Wurzeln im Deutschland der 1930er Jahre und was mussten sie in dieser Zeit erleiden und erdulden? Darüber ist im Lande weitgehend wenig bekannt. Die BBCDokumentation „Black Survivors of the Holocaust“ bringt diese Wirklichkeit\nin Interviews und raren Originalfilmdokumenten ans Licht. Der Regisseur David Okuefuna und der Produzent Moise Shewa (Afro-Wisdom Productions) haben mit ihrer hervorragenden Recherche ein Filmdokument von unschätzbarem Wert geschaffen\, in dem sie für kommende\nGenerationen die Stimmen von Zeitzeugen und Nachkommen der Afro-deutschen und Afrikaner*innen festgehalten haben. Der Film wird von der Berliner afro-deutschen Historikerin\nKatharina Oguntoye präsentiert. Sie ist Mitautorin und Mitherausgeberin des ersten Buches über Afro-deutsche: „Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“ (Berlin 1986). Sie leitet seit 20 Jahren den von ihr mitgegründeten interkulturellen Verein „Joliba\ne.V.“ in Berlin. Die Historikerin mit nigerianisch-deutschen Wurzeln veröffentlichte 1997 ihre bahnbrechende historische Arbeit „Eine afro-deutsche Geschichte. Zur Lebenssituation von AfrikanerInnen und Afro-Deutschen von 1884 bis 1950“. Im Anschluss an die Präsentation und\nVorführung des Filmes beantwortet Katharina Oguntoye Fragen des Publikums.
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SUMMARY:Film: „Blues March“
DESCRIPTION:Film: „Blues March“\, Deutschland 2009\, Regie: Malte Rauch\, 78 Min. \nDer Film erzählt die Geschichte des mittlerweile 87-jährigen Jazz-Musikers Jon Hendricks\, der als Mitbegründer des Gesangstrios Lambert\, Hendricks & Ross Weltruhm erlangte. Hendricks stand mit Jazzgrößen wie Louis Armstrong\, Duke Ellington und Miles Davis auf der Bühne und sein unvergleichlich swingender Gesangstil beeinflusste auch die Beatles und die Rolling Stones. Der Film erzählt jedoch nicht nur von dem Musiker Jon Hendricks mit entsprechend swingendem Soundtrack (von Emil Mangelsdorff und Thilo Wagner)\, sondern im Mittelpunkt stehen seine Erfahrungen als sog. „Negro Soldiers“ (so der Titel von Frank Capras bekanntem Film\, mit dem die US-Regierung im Zweiten Weltkrieg schwarze Soldaten anwarb). Hendricks war damals bereit\, für die Befreiung der Welt vom Rassenwahn der Nazis zu kämpfen\, musste jedoch\nfeststellen\, dass schwarze Soldaten auch in den US-Streitkräften „wie Sklaven auf der Plantage“ behandelt wurden. Als schließlich weiße US-Militärpolizisten auf ihn und andere schwarze US-GIs schossen\, desertierte Hendriks aus der Armee und führte fortan seinen ganz eigenen Krieg.
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