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SUMMARY:Buchvorstellung mit Niklas Franzen "Brasilien über alles  -  Bolsonaro und die rechte Revolte"
DESCRIPTION:TTZ\, Softwarecenter 3\, 35037 Marburg \n\n\n\n»Brasilien über alles\, Gott über allen«\, lautete die Wahlkampfparole von Jair Bolsonaro. Sein fulminanter Aufstieg hat Brasilien verändert. Immer mehr Bagger rollen durch den Amazonas-Regenwald\, in den Armenvierteln stirbt eine ganze Generation im Kugelhagel\, Oppositionelle setzen sich aus Angst ins Ausland ab. Eine unheilige Allianz aus christlichen Fundamentalist*innen\, Neoliberalen und Militärs versucht\, Brasilien nach ganz rechts zu drehen. Eine »konservative Revolution« hat das Land erfasst. \n\n\n\nDer ultrarechte Präsident inszeniert sich als Anti-Politiker\, der mit den überkommenen Regeln des etablierten Systems bricht. Bolsonaro versteht es\, die Klaviatur der sozialen Medien perfekt zu bedienen\, und wird von seinen Anhängern wie ein Gott verehrt. Er verkörpert eine neue Art des Rechtsautoritarismus\, die keine Panzer auf den Straßen braucht. Sie erkennt die demokratischen Spielregeln formell an\, um die Demokratie von innen auszuhöhlen. \n\n\n\nDas Buch blickt auf ein Land im Krisenmodus. Es fragt: Wie lebt es sich in Brasilien unter Bolsonaro? Was droht dem größten Land Lateinamerikas? Es verschafft Bewegungen und Personen Gehör\, die sich gegen die autoritäre Wende zur Wehr setzen. Es sammelt die Stimmen von Sojabaronen und Indigenen\, Pastoren und Queer-Aktivist*innen\, Polizisten und Favelabewohner*innen. Der Band entwirft das Panorama eines Landes\, das vor seiner härtesten Bewährungsprobe steht\, und hilft\, die historische Tragweite der brasilianischen Entwicklung zu verstehen – denn Bolsonaros rechte Revolte sollte eine Warnung für die ganze Welt sein. \n\n\n\nNiklas Franzen ist Journalist und Autor\, lebt in Berlin und Brasilien\, wo er anläßlich der Präsidentenwahlen im Oktober wieder vor Ort sein wird.
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SUMMARY:Friedensgemeinde San José de Apartado/ Kolumbien
DESCRIPTION:Kino Capitol \n\n\n\n17: 00 Uhr Film „Chocolate de Paz“ + \n\n\n\n18:45 Uhr Gespräch mit Sayda Jadis Arteaga Guerra und José Roviro Lopez Rivera \n\n\n\nVertreter*innen der Friedensgemeinde San José de Apartadó/ Kolumbien \n\n\n\nDie Friedensgemeinde von San José de Apartadó ist eine kleinbäuerliche Gemeinschaft in Kolumbien\, die sich mit aktiver Gewaltfreiheit gegen den Krieg stellt\, indem sie sich weigert\, die bewaffneten Akteure im Konflikt zu unterstützen. Trotz mehrfacher Vertreibung und anhaltender Gefahren und Gewalt hat die Gemeinschaft beschlossen\, in der Region zu bleiben\, ihr Land weiterhin zu bebauen und zu entlegenen Weilern zurückzukehren. \n\n\n\nDie Friedensgemeinde liegt im Norden Kolumbiens\, in einem fruchtbaren Gebiet in der Nähe des Golfs von Urabá\, einem Knotenpunkt für den Waffen- und Drogenhandel zwischen Kolumbien\, Südamerika und dem Rest der Welt über Mittelamerika\, die Karibik oder den Pazifik. Die Region ist ein hoch militarisiertes Gebiet mit einer starken Präsenz legaler und illegaler bewaffneter Akteure und großen wirtschaftlichen Interessen\, inklusive zwei geplanter bzw. gebauter Hochseehäfen für Containerschiffe. \n\n\n\nSeit ihrer Gründung vor 25 Jahren ist die Gemeinschaft mit Gewalt und Massakern vonseiten aller bewaffneten Akteure konfrontiert\, wie der (nun demobilisierten) FARC-Guerilla\, der kolumbianischen Armee sowie den von der Armee unterstützten paramilitärischen Gruppen. Gegenwärtig ist die Existenz der Friedensgemeinde ein Haupthindernis für die Ausdehnung extraktivistischer Megaprojekte und bewaffneter Akteure in der nordkolumbianischen Region. \n\n\n\nDie Gründung und Fortführung der Friedensgemeinde basiert auf Prinzipien des Humanitären Völkerrechts\, auf einer basisdemokratischen Organisation und einer solidarischen Ökonomie. Daher sind Vollversammlungen das Herzstück der kollektiven Entscheidungsprozesse der Friedensgemeinde. Mit gemeinschaftlichen Arbeitstagen und Arbeiten\, die in der Regel in Gruppen erledigt werden\, hat die Gemeinschaft einen erstaunlich hohen Grad an Autarkie erreicht. Sie baut ihre eigenen Nahrungsmittel an\, schützt ihre Wälder und verkauft Bio-Kakao. \n\n\n\nSchutzmaßnahmen des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte\, internationale Begleitung und ein nationales und ein engmaschiges internationales Solidaritätsnetz sind ebenfalls Teil ihrer Schutzstrategie. Wir freuen uns\, dass mit Sayda Arteaga und Roviro Lopez nach langer (pandemiebedingter) Pause wieder zwei Mitglieder der Friedensgemeinde vom 26. – 30. September Oktober 2022 nach Deutschland kommen. Wir erwarten – insbes. in Anbetracht des kürzlichen Regierungswechsels – spannende Gespräche über die aktuelle Menschenrechts- und Landrechtssituation\, den Stand des Friedensprozesses sowie die Herausforderungen für ein friedliches Zusammenleben in einer weiterhin hochgradig konfliktiven ländlichen Region Kolumbiens. \n\n\n\n\n\n\n\nSayda Jadis Arteaga Guerra wurde mit drei Jahren samt ihrer Familie von bewaffneten Gruppen aus San José de Apartadó vertrieben. Ein Jahr später kehrte sie mit ihrer Mutter und ihren acht Geschwistern zurück. Die Familie schloss sich der Friedensgemeinde an. Bis heute engagiert sie sich gemeinsam mit den anderen Mitgliedern für ein „anderes“ – ein friedliches – Zusammenleben inmitten des Krieges\, um an einer besseren Zukunft für ihre und für alle Kinder mitzuwirken. Sayda richtet in der Erziehung ein besonderes Augenmerk auf die gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen in Führungsrollen. Seit 2012 bildet sie sich als Erzieherin weiter und war viele Jahre als Lehrerin in der Gemeinde tätig. Sie engagiert sich seit zehn Jahren als Bibliothekarin und hat in verschiedenen Weilern der Gemeinde Bibliotheken miteingerichtet. \n\n\n\n\n\n\n\nJosé Roviro Lopez Rivera ist Mitglied des Internen Rates der Friedensgemeinde von San José de Apartadó und war bereits in verschiedensten Bereichen verantwortlich\, beispielsweise als Koordinator für den Weiler La Unión. Nach dem Massaker im Weiler Mulatos im Jahr 2005 organisierte Roviro mit anderen Mitgliedern der Friedensgemeinde 2008 die Rückkehr nach Mulatos\, wo er auch als Lehrer tätig war. \n\n\n\nEine seiner Leidenschaften ist die Musik. Vor kurzem hat er mit anderen Friedensgemeindemitgliedern zum ersten Album der Gemeinschaft „Pintando la Realidad“ beigetragen. José spielt Gitarre und ihn fasziniert audiovisuelles Editing. \n\n\n\nMit Sayda Arteaga und Roviro Lopez sind erstmals seit 2013 wieder zwei Vertreter*innen der Friedensgemeinde auf Deutschlandbesuch.  \n\n\n\nDer Dokumentarfilm ‚Chocolate de Paz‘ erzählt die Geschichte der Friedensgemeinde anhand eines ihrer wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte – Kakao – und gibt so eine dokumentarische Einführung in die Friedensgemeinde. In dem anschließenden Gespräch\, möchten Sayda und Roviro aber mehr über die aktuelle Menschenrechts- und Landrechtssituation\, den Stand des Friedensprozesses in ihrer Region sowie den gegenwärtigen Herausforderungen der Friedensgemeinde auch angesichts des kürzlichen Regierungswechsels in Kolumbien sprechen.   \n\n\n\nEINTRITT FREI
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