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SUMMARY:Waldschutz und der koloniale Blick
DESCRIPTION:Foto: Jutta Kill \n\n\n\n \n\n\n\nDas Geschäft mit Wald als Kohlenstoffspeicher: Neue Landnahme nach altem kolonialem Muster \n\n\n\nVeranstaltungsreihe “Wälder – globale Perspektiven” \n\n\n\nVortrag und Diskussion mit Jutta Kill (Biologin) \n\n\n\nim Weltladen Marburg (Markt 7) \n\n\n\n \n\n\n\nDas Geschäft mit dem Wald als Kohlenstoffspeicher boomt\, seit immer mehr Konzerne mit klima-neutralen Produkten werben. Mit Waldschutz im Amazonas und Bäume pflanzen in Uganda wird der Cappuccino im Einwegplastikbecher CO2-neutral und der Ultrakurzstreckenflug von Hamburg nach Sylt zum Flugvergnügen\, das angeblich netto-Null Emissionen verursacht. Dabei wird der Schutz von Wäldern als Kohlenstoffspeicher instrumentalisiert\, um klimaschädigende Konsumexzesse hier sowie tiefgreifende Veränderungen in der kleinbäuerlichen Landnutzung im globalen Süden zu rechtfertigen. Die großflächige Entwaldung für industrielle Landnutzung\, Soja- und Palmplantagen und Bergbau hingegen schreitet ungehindert voran\, während Erdölkonzerne ‚Dekarbonisierung‘ versprechen\, gleichzeitig neue Erdöl- und Erdgasvorkommen erschließen\, die dank Kompensationsgutschriften CO2-neutrale fossile Brennstoffe liefern sollen. Die Illusion vom CO2-neutralen Konsum in einer auf Erdöl und Erdgas basierenden Wirtschaft beschleunigt so nicht nur die Klimakrise\, sondern führt im globalen Süden zu neuen Formen von Landnahme nach altem kolonialem Muster. \n\n\n\n \n\n\n\nJutta Kill beleuchtet mit ihren Recherchen\, Analysen und Publikationen das Spannungsfeld Konsum in Industrieländern und seine Auswirkungen für Menschen und Lebensräume im globalen Süden\, die wir gemeinhin als „Natur“ bezeichnen. Sie arbeitet freiberuflich und in Zusammenarbeit mit dem World Rainforest Movement. \n\n\n\nPublikationen von Jutta Kill:  \n\n\n\nJutta Kill. Klimagelder für Baummonokulturen im Globalen Süden. Wer profitiert von der Investition öffentlicher Gelder in den Anlagefonds Arbaro? In: Forum U&E Rundbrief I/2022\, Was kostet die Welt? Nachhaltigkeit braucht gerechte Finanzsysteme. https://www.forumue.de/rundbrief-i-2022-was-kostet-die-welt-nachhaltigkeit-braucht-gerechtefinanzsysteme/ \n\n\n\nJutta Kill & Simon Counsell. How Shell is using nature-based solutions to continue its fossil fuel agenda. Milieudefensie. 2022. https://bit.ly/3AwabnZ \n\n\n\nJutta Kill. Ökonomische Bewertung von Natur. Der Preis für Naturschutz? Rosa Luxemburg Stiftung. 60 S. 2015. https://www.rosalux.de/publication/41695/oekonomische-bewertung-von-natur-der-preis-fuernaturschutz.html \n\n\nProgramm Veranstaltungsreihe Wälder – globale PerspektivenDownload\n\n\nEine Veranstaltung des Weltladen Marburg in Kooperation mit “Arbeit und Leben Marburg” (DGB und vhs MR)\, gefördert von “Arbeit und Leben Hessen”.Und in Kooperation mit Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V. \n\n\n\n\n\n\n\nDie Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt\, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.
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SUMMARY:Goldschürfen im Amazonas: Der wahre Preis des Goldes
DESCRIPTION:Foto: Bruno Kelly\, Amazônia Real \n\n\n\nVeranstaltungsreihe “Wälder – globale Perspektiven” \n\n\n\nVortrag und Diskussion mit Ulrike Prinz (Ethnologin und Umweltjournalistin) \n\n\n\nOnline-Veranstaltung via Zoom \n\n\n\n \n\n\n\nDer Goldrausch auf den Territorien der Yanomami\, Munduruku und Kayapó ist in den vergangenen Jahren explodiert. Angetrieben durch nervöse Geldmärkte während der Coronakrise wuchs der Hunger nach Gold. Gleichzeitig konnten die Garimpeiros im Schatten der Aufmerksamkeit durch die Corona-Krise weit in die indigenen Gebiete vordringen. \n\n\n\nErst jetzt\, nach vier Jahren Bolsonaro-Regierung\, wird das wahre das Ausmaß des Schadens sichtbar – für die Umwelt und vor allem für die indigenen Völker. Dário Kopenawa\, Vertreter der Yanomami und Ye´kwana prangerte vor dem Gerichtshof der Vereinten Nationen die Gewalt an\, der die Indigenen in zunehmendem Maße durch den illegalen Bergbau auf ihren Gebieten ausgesetzt sind. Neben der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen\, der Vergiftung der Flüsse und damit auch der Personen\, klagte er vor dem UN-Menschenrechtsrat auch die Vergewaltigungen\, das Einschleppen von Krankheiten und den Tod von 570 Kindern an. \n\n\n\nWelche Auswirkungen hat der neue Goldrausch auf Flora und Fauna und was bedeutet das Vordringen der Garimpeiros für die indigenen Völker und lokalen Gemeinden? Sind wir Komplizen in dieser Zerstörung? Diesen Fragen wird der Vortrag von Ulrike Prinz nachgehen. \n\n\n\n\n\n\n\nUlrike Prinz hat in München Ethnologie und Romanistik und Philosophie studiert und in Marburg bei Prof. Dr. Mark Münzel promoviert. Sie arbeitete mehrere Jahre als Referentin und Herausgeberin der Zeitschrift HUMBOLDT für den Kulturaustausch mit Lateinamerika am Goethe-Institut. Mit dem journalistischen Schreiben begann sie vor etwa 10 Jahren. \n\n\n\nAnmeldung über: https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZYsdumqrj8vE9Hne7ojMta27D3hZLEguQzP \n\n\nProgramm Veranstaltungsreihe Wälder – globale PerspektivenDownload\n\n\nEine Veranstaltung von “Arbeit und Leben Marburg” (DGB und vhs MR)\, gefördert von “Arbeit und Leben Hessen”.In Kooperation mit Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V. \n\n\n\n\n\n\n\nDie Veranstaltungen werden gefördert durch Brot für die Welt\, den Katholischen Fonds und das Land Hessen. Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt ist allein die Initiative Solidarische Welt verantwortlich.
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SUMMARY:KinderKulturKarawane: Auftritt Arena y Esteras (Peru)
DESCRIPTION:Waggonhalle Marburg \n\n\n\nKinderKulturKarawane – Eine Bühne für die Jugend der WeltSeit 23 Jahren lädt die KinderKulturKarawane Jugendkulturgruppen aus Ländern Afrikas\, Asiens und Lateinamerikas zu Tourneen nach Europa ein. Ziel ist\, hiesige Jugendliche zumBlick über den Tellerrand zu animieren\, über andere Lebensumstände und Kulturen zu informieren und ihnen den Gedanken der Einen Welt naher zu bringen. Die KinderKulturKarawane wurde bereits mehrfach ausgezeichnet\, u.a. im Rahmen der UNESCO-Kampagne Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Seit 2005 übernimmt eine AG der Martin-Luther-Schule die Organisation der KinderKulturKarawane in Marburg. Sie kümmert sich dabei um die Unterbringung in Gastfamilien\, die Organisation der Auftritte und das Freizeitprogramm für die Gäste. Dieses Jahr kommen 5 junge Künstler*innen der Zirkus- und Theatergruppe Arena y Esteras aus Villa El Salvador\, einem Stadtteil von Lima (Peru) nach Marburg. \n\n\n\nAmarú (Hüterin des Wassers)Diese Show ist eine kollektive Zirkustheater-Kreation\, die auf der Legende von Amarú basiert. Diese stammt aus der Prä-Inka Zeit und ist eine kosmogonische Vision über den Kampf um das Wasser.Regen – verkörpert durch die riesige Schlange Amarú – gilt hier als Ursprung des Lebens. Amarú ist nicht nur die Hüterin des Wassers\, sondern sie erhält auch das Gleichgewicht der Natur. Als deren Hüterin wacht sie darüber\, dass sich „Gewalt\, die Gegengewalt erzeugt“\, nicht in ihren Schuppen einnistet. Es scheint\, als hätte die Natur in jenen Zeiten eine Stimme gehabt. \n\n\n\n„Die Welt malt Stillleben\, die Wälder sterben\, die Pole schmelzen\, die Luft wird unatembar und das Wasser ungenießbar\, sie plastifizieren Blumen und Lebensmittel\, und der Himmel und die Erde spielen verrückt in einer Versteigerung“ (Eduardo Galeano). \n\n\n\nArena y Esteras \n\n\n\nDas Projekt „Arena y Esteras“ verbindet in seinen Zirkustheater-Produktionen soziale und künstlerische Interessen mit politischem Engagement. Die Produktionen der Gruppe beschäftigen sich oft mit traditionellen Geschichten der indigenen Völker Perus. Die Geschichten werden mit traditioneller und moderner lateinamerikanischer Musik und stimmungsvoller Beleuchtung inszeniert. Zahlreiche Zirkuselemente wie das Jonglieren mit Keulen und Bällen oder Einrädern bringen viel Dynamik in die Produktionen. Die aufwändig gestalteten Kostüme zeigen oft Tiere des Regenwaldes oder Fabelwesen. \n\n\n\nDie Rückbesinnung auf die Traditionen der indigenen Bevölkerung im Sinne des „Buen Vivir“ spielt auch in der Sozialarbeit des Projekts eine große Rolle. Übersetzt bedeutet „Arena y Esteras“ Sand und Strohmatten. Das Projekt befindet sich in „Villa El Salvador“ (VES)\, einem Vorort von Lima (Peru) in einem Wüstengebiet. Als das Viertel in den 1970er Jahren gegründet wurde\, hatten Siedler aus dem Hochland einfache Hütten aus Strohmatten gebaut\, um darin zu leben. Seitdem hat sich die Infrastruktur stark verbessert\, der größte Teil der Bevölkerung lebt heute in befestigten Gebäuden\, es gibt Universitäten und einen U-Bahn-Anschluss. Gewalt und Armut sind nach wie vor große Probleme vor Ort. \n\n\n\n„Arena y Esteras“ ist heute ein Zusammenschluss von Künstler:innen\,  Pädagog:innen und Lehrer:innen unter dem Motto: „Für das Recht auf ein  Lächeln“. Sie mischen sich in die lokale Politik ein\, streben  gesellschaftliche Veränderungen an und lassen sich dabei von  Menschenrechten\, kultureller Identität\, Gleichberechtigung der  Geschlechter und Respekt vor der Schöpfung leiten.Mit der künstlerischen Arbeit will „Arena y Esteras“ eine  Gemeinschaft formen\, in der jede:r in sozialer Verantwortung und Würde  leben kann. In Schulen\, auf der Straße\, im Park – überall also\, wo  gelebt wird – greifen sie die Themen auf\, die Menschen ansprechen\, und  suchen gemeinsam nach künstlerischen Antworten. Die Darsteller:innen  sind Schüler:innen\, junge Arbeiter:innen\, Mütter oder einfach  Nachbar:innen. 2012 wurde „Arena y Esteras“ für seine Arbeit mit  dem Peruanischen Nationalen Kulturpreis ausgezeichnet.Die Jugendlichen von „Arena y Esteras“ sind engagiert in Netzwerken zur nachhaltigen Entwicklung und inzwischen auch sehr aktiv bei „Fridays for Future“ in Lima. Seit Jahren arbeitet das Projekt zu Fragen von Klimawandel und Klimagerechtigkeit und hat deshalb auch am Projekt „CREACTIV für Klimagerechtigkeit“ teilgenommen. \n\n\n\nEintritt 10€\, ermäßigt 5€\, Karten an der Abendkasse und im Weltladen Marburg
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