Obwohl das Coronavirus nicht vor Grenzen haltmacht, treten in der Pandemie global doch eklatante Unterschiede zu Tage. Unterschiede, die sich - wie die moderne Medizin - oft nicht von der Geschichte des europäischen Kolonialismus trennen lassen. In den Kolonien waren Persons of Colour damit konfrontiert, dass ihr Körper für die medizinischen Studien auch deutscher Forscher herhalten sollten. 2020 wiederrum fabulierten zwei französische Ärzte, ein Impfstoff könne ja an Menschen „in Afrika“ getestet werden, wo es sowieso keine Möglichkeiten für Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung gäbe. Eine postkoloniale Perspektive kann bedeuten, solche Kontinuitäten und eurozentrische Sichtweisen aufzuzeigen und andere Perspektiven in den Vordergrund zu rücken. Auch als Widerstand gegen die sonst dominierenden Erzählungen.