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Heute

Freier Zugang zum Saatgut als Grundlage für Ernährungssouveränität

Die Veranstaltung findet statt im Gesundheitsgarten Marburg, Park Vitos-Klinik, Cappeler Str. 98.

Ein Großteil des Saatguts wird heute von nur wenigen Konzernen kontrolliert. Sie entscheiden, was weltweit
auf den Teller kommt. Dabei setzen sie auf wenige Hochleistungssorten und die Landwirtschaft wird immer
einheitlicher: 90% der Nutzpflanzen-Vielfalt sind bereits verloren gegangen. Das ist ein Problem, denn jeder Acker
ist anders und eine reiche Ernte gibt es nur, wenn die Pflanze zu Boden und Klima passt.

Kostenlos

Die Rolle von Frauen für die Ernährungssouveränität

Frauen ernähren ihre Familien. In vielen Ländern hüten und vermehren sie das Saatgut, bauen sie die Nahrungsmittel an und bereiten die Mahlzeiten zu. In den meisten Ländern des globalen Südens sind sie auch für die Wasserversorgung ihrer Familien zuständig. Obwohl sie diese existenziellen Sorgen für ihre Familien übernehmen, besitzen sie weltweit weniger Land als Männer und sind in den lokalen und nationalen politischen Gremien, die über Saatgut, Land und Wasser entscheiden, deutlich unterrepräsentiert. Ihre Rechte werden oft nicht geachtet. Der UN-Frauenrechtsausschuss hat deswegen die Rechte ländlicher Frauen in einem Rechtskommentar gestärkt. Welchen Nutzen bringt dies den Frauen im globalen Süden für ihre Ernährungssouveränität und wie können wir dies in unserer Arbeit nutzen?

Postkoloniale Perspektiven auf Corona

Obwohl das Coronavirus nicht vor Grenzen haltmacht, treten in der Pandemie global doch eklatante Unterschiede zu Tage. Unterschiede, die sich - wie die moderne Medizin - oft nicht von der Geschichte des europäischen Kolonialismus trennen lassen. In den Kolonien waren Persons of Colour damit konfrontiert, dass ihr Körper für die medizinischen Studien auch deutscher Forscher herhalten sollten. 2020 wiederrum fabulierten zwei französische Ärzte, ein Impfstoff könne ja an Menschen „in Afrika“ getestet werden, wo es sowieso keine Möglichkeiten für Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung gäbe. Eine postkoloniale Perspektive kann bedeuten, solche Kontinuitäten und eurozentrische Sichtweisen aufzuzeigen und andere Perspektiven in den Vordergrund zu rücken. Auch als Widerstand gegen die sonst dominierenden Erzählungen.