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Senegal: Für eine Landwirtschaft, die Natur respektiert & lokale Gemeinschaften stärkt

November 14 | 20:00 22:00

TTZ, Softwarecenter 3

Vortrag und Diskussion mit Ndeye Fatou Dieng, APAF (Senegal)

Ndeye Fatou Dieng koordiniert bei der Organisation APAF im Senegal seit 2019 Projekte mit Bäuerinnen und Bauern, welche ausgelaugte und dürregeschädigte Böden im ländlichen Senegal durch Baumpflanzungen auf Äckern wiederherstellen. Dieser Agroforstwirtschaft-Ansatz von APAF baut auf althergebrachten afrikanischen Anbaumethoden und Wissen auf. Er verknüpft die Ziele der Ernährungssouveränität von lokalen Gemeinschaften mit Anpassungen an den Klimawandel. Insbesondere Frauengruppen werden unterstützt. So wird natürliche und kulturelle Vielfalt als Lösungsweg angesichts von Klima- und Ernährungskrisen gefördert.

Bild Ndeye Fatou Dieng

Was können wir von diesem Lösungsansatz lernen und wie den Wandel zu sozial- und klimagerechter Landnutzung mittragen?

Eine Veranstaltung von Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW) , Weltladen Marburg, Senegal-Verein Marburg, M’BASI, Solidarische Landwirtschaft Marburg, GartenWerkStadt Marburg, Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen

Über ihr Projekt mit APAF im Senegal schreibt die ASW:

“In der Region Kaolack wurde seit Kolonialzeiten die Erdnuss kultiviert – mit entsprechenden Folgeschäden für die Böden. Verschärft durch den Klimawandel ist heute auch die Wasserversorgung ein großes Problem. Dadurch fallen die Ernten geringer aus – die Erträge reichen längst nicht mehr für die Ernährung der Familien. Eine große Resignation hat sich in der Region breit gemacht. In den Dörfern leben fast nur noch die älteren Menschen, die Jüngeren sind bereits in Richtung der Städte aufgebrochen. Ein neues ASW-Projekt schafft mit Aufforstungen und Mischkulturen neue Perspektiven. Leguminosenbäume regenerieren die geschädigten Böden – die Menschen in der Projektregion Kaolack fassen wieder Mut.

Unser Partner ist Teil eines größeren westafrikanischen Netzwerkes, das auf langjährige Erfahrungen mit Leguminosenbäumen zurückgreifen kann (APAF – Association pour la Promotion des arbres fertilitaires, de l’Agroforesterie et la Foresterie). Auch in der Region Mbour im Senegal, wo die Organisation ihren senegalesischen Hauptsitz hat, läuft ein solches Projekt bereits sehr erfolgreich.

In sechs Dörfern Kaolacks wurden für den Projektstart bereits 35 Kleinbauernfamilien ausgewählt. Mit dem Aufbau einer Baumschule wird gerade begonnen. Diese ist der zentrale Ort für Weiterbildung und Austausch. Und natürlich für die Anzucht der Leguminosenbäume, von Obstgehölzen und zur Bereitstellung von Saatgut für die Gemüse- und Kräuterbeete.

Bestechend ist der Ansatz, die zerstörten Böden durch die Kombination von Aufforstung und ökologischen Anbaumethoden wieder fruchtbar und ganzjährig nutzbar zu machen. Das schafft Arbeit und Einkommen über das ganze Jahr verteilt.

Besonders für die Frauen beginnt sich vieles positiv zu verändern. In den neu gegründeten Frauengruppen erkennen sie auch ihre wichtige Rolle für die Zukunft der Dörfer. Im Rahmen des Projektes wird von der Gemeinde Land direkt an die Frauen vergeben. Viele von ihnen erhalten somit erstmalig Zugang zu eigenem Land.

Mit dem neuen ASW-Projekt werden kleine grüne Inseln in der trockenen Region Kaolack entstehen, die sich dann in den kommenden Jahren immer weiter ausdehnen sollen. Gespräche unseres Länderreferenten mit den teilnehmenden Familien haben gezeigt, wieviel Mut und Zukunftshoffnung sie mit diesem Ansatz verbinden.”