Globale Gesundheit, Global health, steht nicht erst seit dem Ausbruch des SARS-CoV-2-Virus weit oben auf der politischen Tagesordnung. Die COVID-19-Pandemie hat das allgemeine Interesse bzw. Bewusstsein für die globale Gesundheit zuletzt erheblich gesteigert, dabei allerdings auch die erkennbare Schlagseite im Verständnis von globaler Gesundheit verstärkt.
Vernachlässigte und armutsassoziierte Tropenerkrankungen (neglected tropical diseases, NTDs; poverty-related diseases, PRDs) betreffen weltweit viele hundert Millionen Menschen. Sie werden z.B. durch Leishmanien, Schistosome und Dengueviren, aber auch durch Plasmodien oder Ebola-Virus ausgelöst. Diese Erkrankungen bedeuten eine hohe Krankheitslast und Sterblichkeit für die betroffenen Länder. Sie halten damit Armutskreisläufe in Gang, die wiederum Ursachen für Migration und Vertreibung sind.
Der Dokumentarfilm "Das Fieber" von Katharina Weingartner zeigt auf, wie widersprüchliche globale Strukturen und postkoloniale Abhängigkeiten bei der Bekämpfung von Malaria lokale Strategien ausbremsen. Aber auch, wie sich Menschen vor Ort unnachgiebig für einen für alle zugänglichen Wirkstoff einsetzen.